Das PM Camp Dornbirn steht dieses Jahr unter dem Motto “Beyond Project Management“. Aus diesem Grunde hat Marcus Raitner im Rahmen seines Blogs “Führung erfahren” zu einer Blogparade mit dem gleichnamigen Thema aufgerufen. Nachdem ich mir seinen Aufruf durchlas und speziell auch die Blogartikel von Stefan Hagen und Gebhard Borck, war ich irgendwie von diesem Thema gefangen. Nun, ich versuchte meine Gedanken

Beyond Project Management
Beyond Project Management

irgendwie zu ordnen – leider ziemlich erfolglos. All das, was mir spontan durch den Kopf schoss, habe ich zunächst festgehalten.

Gestern Abend saß ich nun mit einem alten Freund beim Bier und erzählte Ihm davon. Ich sagte Ihm, dass ich der Meinung bin, dass diese Diskussionen über Glaubenskriege (agil vs. klassisch) mich ziemlich nerven und dass der Schlüssel von erfolgreichen Projekten in der Zukunft nur in einer Veränderung des gesamten Systems bestehen kann. Organisationen müssten sich ändern, Führung darf nicht als Äquivalent zu Management angesehen werden, der Umgang mit Komplexität muss erlernt werden, Meta-Skills (Haltung, Empathie,..) werden mehr gefragt sein (vgl. hierzu das Buch Turn Around), Auftraggeber müssen genauso geschult werden wie Projektleiter, und, und, und…

Seine Antwort war “Ich glaube nicht, dass diese Dinge sich ändern werden, denn insgeheim wollen es die Menschen ja so”.

Shit, schon wieder ein neuer Aspekt….

Richtig ist zweifelsohne, dass Menschen nach Ordnung und Sicherheit – zumindest vordergründig und die Mehrzahl von Ihnen – streben. Deshalb klammern sie sich an Methoden und vertraute Herangehensweisen (Stichwort: Best Practices).

Deshalb versuchen Menschen zumeist Komplexität zu reduzieren, auch wenn dies nicht möglich ist (grundsätzlich spricht einer Reduktion von Komplexität nichts entgegen, sie darf jedoch nicht Verfälschung des originären Inhaltes führen).

Deshalb sind Themen wie Kultur und Werte oft nicht mehr als Worthülsen, die (leider) seltenst auch Verankerung in den Köpfen der Mitarbeiter finden.

Menschen tendieren schlichtweg dazu, Dinge zu akzeptieren.

Wie sehe ich die Zukunft der Projektwelt?

Nun ja, Ich bin der Meinung, dass es auch in Zukunft Projekte geben wird, auch wenn sie vielleicht nicht mehr so heissen werden (ich rede hier nicht von der allgegenwärtigen Projektitis, wie auch von Bernhard Schloss hier beschrieben, sondern von tatsächlichen Projekten). Es wird Aufgaben/Projekte geben, die nicht mit einfachen Plänen und bekannten Herangehensweisen zu lösen sind (vgl. Roland Dürres Blogeintrag) und von aktuellen – zumeist hierarchischen – Strukturen nicht mehr zu bewältigen sind. Wir werden andere Zusammenarbeitsformen in Zukunft benötigen, um komplexe Vorhaben umzusetzen.

Wenn ich ein paar Wünsche formulieren würde, käme vielleicht Folgendes dabei heraus:

Vielleicht reden wir in ein paar Jahren nicht mehr von klassisch oder agil, vielleicht reden wir von individuellen Lösungsmustern für komplexe Aufgaben.

Vielleicht schaffen wir ein Umfeld, dass mehr Wert auf die Sinnhaftigkeit des Tuns legt, als auf die Erfüllung von Plänen.

Vielleicht lehrt uns die Komplexität ein besseres Miteinander, hin zu einer tatsächlichen (Organisations- oder Projekt-) Kultur (da wir ansonsten die Aufgaben gar nicht lösen können werden).

Vielleicht sehen wir eine tatsächliche Transformation in Unternehmen, weg von hierarchischen Modellen, hin zu kollaborativen Systemen.

Vielleicht schaffen wir eine (Projekt)Kultur, in der Mut, gesunder Menschenverstand und Verantwortung mehr Wert sind, als Gehorsam, Pläne und Budgets.

Viel schlauer bin ich ehrlich gesagt immer noch nicht. Daher warte ich mit Freude auf das PM-Camp…

 

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2 thoughts on “Beyond Project Management: Faszinierend und rätselhaft zugleich…

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