“Seed-Launch” – ein Hype/eine Kritik

Über Maiks Podcasts bin ich auf das Thema Seed-Launch gestoßen. Ein Seed-Launch vertritt die gewitzte Strategie, vermeintlich ohne Inhalt und Agenda ein Produkt auf den Markt zu bringen… und sich bereits während der Erstellung des undefinierten Produktes bezahlen zu lassen. Ein weiteres Versprechen: Die daraus erschaffenen Produkte werden zum Renner. Die Idee beansprucht Jeff Walker in seiner “Product Launch Formula”. In diesem Artikel möchte ich auf die Schritte des Seed-Launch eingehen.

"Mitschrift/Mitbild" des Vodcasts - Seed Launch
“Mitschrift/Mitbild” des Vodcasts – Seed Launch

Die Schritte:

  • Die Produktidee entsteht in engem Austausch zwischen (potentiellen) Unternehmer|innen und der Community (z.B.: Social-Media, Freundeskreis, PMCamp-Time-Slots…;-)
  • Es geht darum, die stärksten Probleme, Wünsche oder Ängste der Community zu er- und hinterfragen und durch geschickte Kombination von Lösungsmöglichkeiten daraus eine Produktidee zu schaffen. So z.B. Im kommenden Blog-Eintrag von Christian (Achtung: Vorschau) Die Community beschäftigt sich mit Rollen in Projekten, Zusammenhalt im Team… In einer ersten Idee entwickelt Christian nun eine Produktidee, bzw. ein Vorschlag, wie uns der Umgang/das Erfassen persönlicher Eigenschaften weiterhelfen kann (=> schaut nächsten Montag vorbei!).
  • Jetzt ist wieder die Community gefragt. Der/Die Unternehmer|in bezieht nun die Community aktiv mit ein: “Was haltet ihr davon?” Im Idealfall ergänzt durch das Angebot, ein Treffen, eine offene Telefonkonferenz oder einen Podcast mit Chat, etc.. zu organisieren.
  • Nun können mehrere Dinge passieren. Beispiel & Bester Fall – Viel Rückmeldung dazu, Treffen durchgeführt, gutes Feedback. Bedeutet: Diverse Diskussionen; Es kristallisiert sich ein gemeinsamer Ansatz zur Lösung heraus. Oder weitere Fragen – mindestens genauso gut. Eben alles andere als Körperverletzung oder persönliche Beleidigung (wobei… Notiere neue Idee: “Diskussions-Wrestling” – Jemand Interesse an einem Einführungskurs? :-).
  • Als Nächstes gilt es, die Essenz – also die Lösungsidee – weiter auszubauen, weitere Probleme zu erfassen und Dinge aus anderen Blickwinkeln zu beleuchten. Umfragen à la: “Wie weiter? Was diskutieren/bejammern/lösen wir als Nächstes?”. Weitere Treffen, weitere Diskussionen, ein Ziel: Klar formulierte Fragen/abgrenzbare Antworten.
  • Wenn das geschafft ist, kann mindestens Bergfest gefeiert werden. In anderen Sphären schwebend, vollgesaugt mit dem zufriedenstellenden Gefühl, etwas für die Welt da draußen und sich selbst geschaffen zu haben. Wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen, geht es weiter im Text:
  • In verschiedenen Sessions (Richtwert 3 – 5+) behandelt der/die Unternehmer|in im nächsten Schritt thematisch gebündelt die Fragen, die mit der Community bearbeitet wurden. Alle relevanten Fragen, Probleme und Ängste werden gesammelt beantwortet oder gelöst. Hierbei, mit unternehmerischen Gespür, kann bereits zwischen kostenpflichtigen und freien Sessions unterschieden werden. Das Ganze wird aufgenommen. Es sollte mindestens das gesprochene Wort festgehalten werden.
  • Was kommt dann? Das, was ich mit aufbereiteten 50-70+ Seiten Mitschrift plus einigen Stunden an Audio/Video-Material anfangen kann. Buch, Film, Podcasts, Trainings… aber eben gegen Bezahlung.

Diesen Weg zu gehen erfordert, hier und da umzudenken. Aber gerade heute stellt uns das umfassende Angebot und dichte Netz der Social Media wertvolle Plattformen zur Verfügung. Feedback einzuholen ist leichter als vor einigen Jahren. Über einschlägige Ökosysteme (z.B. Blogs) kommt, vereinfacht ausgedrückt, “Eines zum Anderen”. Diesen Weg zu verfolgen bedeutet aber auch, rechtzeitig umschwenken zu können. Am Beispiel unserer Seiten hier: Wir brechen auch nicht gerade in Freudentränen aus, wenn einzelne Artikel und Texte nur geringen Feedbacks erzeugen. Aber: wir (und das Konzept des Seed-Launch im Allgemeinen) scheitern bisher erfolgreich. Wir schmeißen nicht alles hin, aber erkennen wann einzelne Ideen nicht funktionieren. Das ist auch ein wesentlicher Punkt des Ansatzes. Gerade in einer jungen Phase wie Unserer kritisieren, ändern, erweitern wir unsere Strategie. Oder kürzen diese, denn dadurch schaufeln wir Zeit für neue Ideen frei.

Das Problem an der ganzen Geschichte ist, wie man wahrscheinlich an den einzelnen Punkten erkennen kann: Schnelles Geld ist auch damit allein nicht verdient. Der Weg nimmt Zeit in Anspruch. In dieser Zeit dringend Geld zu benötigen, nagt nicht nur an den Nerven, sondern kann das ganze schöne Modellhaus einstürzen lassen. Daher, wie im vorletzten Artikel auch gezeichnet: Gestaltet es so, dass ihr es aus eigener Kraft schafft. Oder im Team. Auf jeden Fall ohne Dritte Geldgeber, die euch kurz vor knapp in Schwierigkeiten bringen können. Ob es weitere Probleme mit sich bringt wird sich zeigen. Ein “Quasi”-Problem vielleicht: Vor lauter Ideen weiß ich nicht, welche ich als erstes Anpacken soll (Notiere neue Idee: Umfrage an Community). Aber wir werden weiter, berichten… 🙂 – Und wenn wir über unseren Weg zur Unternehmung ein Tagebuch schreiben (Idee von letzter Woche :-P).

Viele Grüße

Christian und Daniel

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