Veränderung – MAL anders?

Heute möchte ich Euch von einem aktuellen Projekt berichten, welches ich superspannend finde. Ein Unternehmen plant eine neue Ausrichtung, sprich ein großer Veränderungsprozess ist im Gange und wir dürfen das Projekt visuell begleiten. Im Folgenden möchte ich Euch kurz das Vorgehen und den Mehrwert erläutern.

Der Start:

Die Strategie passt nicht mehr, aber der Weg aus dem Hamsterrad ist mehr als schwer. Ich habe die jahrelange Erfahrung gemacht, dass eine Veränderung von innen nur in den seltensten Fällen klappt, da “Betriebsblindheit” gepaart mit dem Faktor “ins Handeln kommen” oft zu stark hemmende Faktoren für eine Organisation darstellen. Eine wirkliche Veränderung findet leider zumeist erst dann statt, wenn es zu spät ist, sprich der Leidensdruck zu groß geworden ist. Nicht zuletzt aus diesem Grunde habe ich mich auf die andere Seite begeben und versuche nun “von außen” Impulse zu setzen, da ein Anstoß von außerhalb deutlich erfolgsversprechender ist. Zunächst höre ich mir nun die aktuelle Situation an und übersetze die zentralen “Painpoints” in eine erste Grafik. Dieses Bild war nicht für den Kunden bestimmt, sondern diente mir als Hilfestellung und Gedankenstütze was nicht im Zielbild auftauchen sein sollte.

Die Vision:

Zuhören! Fragen! Zuhören! Zusammen mit mehreren Mitarbeitern habe ich mich in mehreren Workshops getroffen und mir ihre Vision, Ihr Zukunftsbild der Firma erklären lassen. Ich habe während der Workshops  die Teilnehmer gebeten selbst Ihre Vision aufzuzeichnen. Meine Rolle bestand im Zuhören, gepaart mit dem Stellen von Verständnisfragen. Das subjektiv Aufgenommene habe ich simultan in eine erste Grafik transferiert.

Die Übersetzung:

Im Anschluss habe ich mich an die Übersetzung der wichtigsten Punkte in ein Gesamtbild gemacht. Hierbei war es mir wichtig, die unternehmensintern bekannten Begriffe durch Metaphern und vermeintlich synonyme Begriffe aus der Bildsprache zu ersetzen. Beispiel: Den Auf- und Abbau von IT-Systemen habe ich visuell durch eine Maurertruppe und eine Abrissbirne ausgetauscht. Bei der Erstellung des Bildes lag der Fokus also auf dem Ausdruck von Emotionen, Ziel war es darüber hinaus mit kleinen witzigen Details den Kunden zum Schmunzeln zu bewegen.

Die Reaktion war spannend. Ich denke nicht, dass der Kunde eine schematische Zeichnung erwartete (sonst hätte er wohl nicht mich ausgewählt 🙂 ), aber er konnte sich sehr schnell in die metaphorische Darstellung denken, er konnte mir sehr schnell sagen, welches Bild den Nagel auf den Kopf getroffen hatte und welches nicht. Das besonders Erfreuliche daran war, dass er bei den Bildern die nicht ideal waren sofort ein anderes Bild im Kopf hatte. Ein Umstand, der ohne das Bild so nicht möglich gewesen wäre.

Die Finalisierung:

Ein Projekt dieser Art ist iterativ. Ein Bild unterliegt mehreren Verfeinerungsschritten – und das ist auch wichtig. Mehrfach hörte ich während des Projektes den Satz “ich habe nochmal mit xy gesprochen, könnten wir dies und jenes in das Bild einbauen oder weglassen?”. Würde das auch mit einem Konzeptpapier passieren? Ich bezweifle es sehr!

Bilder sind ein wunderbares Kommunikationsmittel! Sie sind leicht(er) verständlich, sie wecken Emotionen und nicht zuletzt sind sie vielfältig einsetzbar. Eine Zeichnung einer Vision/Dienstleitung/Produkt kann ich Kunden, Bewerbern, Mitarbeitern gleichermaßen zeigen, ohne zwingend Angst haben zu müssen irgendwelche Geschäftsgeheimnisse zu verraten.

Ein letzter Benefit ist die Geschwindigkeit. Stellt Euch vor, das oben genannte Szenario wird mit Hilfe von Strategiepapieren, PowerPoint-Monstern und sonstigen handelsüblichen Werkzeugen (inklusive der obligatorischen Feedbackrunden) erstellt. Ich wette, das dauert länger und macht deutlich weniger Spaß 😉

Ihr wollt es ausprobieren oder habt Anregungen – meldet Euch bei uns!

Viele Grüße,

Christian

visuelle Begleitung bei einem Veränderungsprozess
visuelle Begleitung bei einem Veränderungsprozess

 

 

 

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Comments

2 thoughts on “Veränderung – MAL anders?”

  • hallo Christian,

    Danke für den schönen Artikel, der auch meine Erfahrung genau trifft, wir denken in Bildern und deshalb geht die darstellung eines Umstandes auch in Bildern wesentlich schneller, das verrät schon unsere Sprache: etwas darstellen, veranschaulichen usw.

    Viele Grüße

    Leo

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